Neue Geschäftsmodelle für Uni-Druckereien

.... oder: Wie aus dem Kopierladen um die Ecke eine echter Helfer wird

Kaum ein Geschäftsbereich ist wohl in den letzten 10 Jahren so durcheinander gewirbelt worden wie die Druckbranche. Beinahe täglich vermelden Zeitungen die Schließung lokaler Druckbetriebe, aber auch die "Innenstadtdruckerei" oder Copyshops in der Nähe von Universitäten müssen Umsatzeinbußen hinnehmen.

Auch hier kämpfen die oft langjährigen Geschäfte vor Ort mit der Konkurrenz aus dem Internet: Große, spezielle Uni-oder Hausarbeitendruckportale werben mit einem maßgeschneiderten Angebot um die immer wieder nachwachsende Studenten-Kundschaft. Fakt ist: Das Geschäftsmodell der klassischen Unidruckerei wird heute mehr denn je auf eine harte Probe gestellt.

Schülerinnen und Schüler, die sich heute nach dem regulären Schulabschluss an einer Universität, Fachhochschule oder Berufsschule einschreiben, sind in der Regel nicht älter als 20 Jahre. Wer also um 1995 geboren wurde, zählt zur Generation der sogenannten "Digital Natives". Aufgewachsen mit WLAN, Tablets und Smartphones muss sich diese Altersgruppe nicht erst daran gewöhnen, Produkte oder Dienstleistungen im Netz zu bestellen: Während ihre Eltern die Erfindung des Autoradios mit CD-Wechsler feierten, streamen sich die Sprösslinge die neuesten Musik-Videos direkt aufs iPhone, bestellen bei Zalando das neue Paar Schuhe und verabreden sich via Tinder zu einem Blind-Date. Kurzum: Das Netz der unbegrenzten Möglichkeiten ist dort, wo sie sind.

Ist gerade ein Kopierer frei?

Diese Frage gehört womöglich zu den wenigen, die der Copy-Shop noch regelmäßig von seiner Studenten-Kundschaft zu hören bekommt. Wobei natürlich durch die einerseits vorhandene "Geiz-ist-Geil-Mentalität" und die andererseits chronische Geldknappheit im Studentenkreis der Kauf eines eigenen WG-Druckers gang und gebe ist und wenigseitige S/W-Ausdrucke oder -Kopien aus Kostengründen vermehrt zuhause vorgenommen werden.

(Um das spaßeshalber auszurechnen, genügt ein schneller Online-Besuch eines Elektrogeschäfts: Ein S/W-Laserdrucker kostet dort mit Tinte für 1500 Kopien 36,- EUR. 1500 Blatt Papier (80g) schlagen mit 11,40 EUR zu Buche. Zusammen ergibt dies eine Investition von 47,40 EUR. Die Stromkosten einmal vernachlässigt, kostet die bedruckte Seite dann ca. 3,2 Cent. Eine Ersparnis von rund 1,8 Cent pro Seite und damit ca. 27 EUR auf das Druckvolumen, wenn wir kalkulatorisch von 5 Cent pro Seite im Copy-Shop ausgehen.)

Doch um dem Ernst der Lage gerecht zu werden: Auch ohne die Pfennigfuchserei sparsamer Studenten spüren Copyshop-Betreiber den Konkurrenzdruck aus dem Internet. Was vor wenigen Jahren noch als scheinbar krisensichere Gelddruckmaschine (im übertragenen Sinne) galt, ist heute durch entsprechende Portale in seiner Existenz zumindest gefährdet.

 

Der Druck im Studium

Seminararbeiten, Referatausfertigungen, Hausarbeiten, Bachelor- und Masterarbeiten - die Liste der im Laufe eines Studiums anzufertigen gedruckten Dokumente scheint je nach Fachbereich schier endlos. Und nicht selten müssen die Studierenden die Anfertigung in die Abend- und Wochenendzeit verlegen, da die heutigen Studiengänge immer weniger frei einteilbare Zeit im Laufe des Uni-Tages ermöglichen. Wer also die wenigen freien Minuten nicht in der Mensa, sondern im einzigen Copyshop verbringen muss, um den Druck der bald fälligen Seminararbeiten zu besprechen, dürfte ziemlich schnell mehr als genervt sein. Und genau hier können Copy-Shop-Betreiber für sich ein neues Geschäftsfeld erschließen.

Warum?

Immer dann, wenn Menschen aufgrund persönlicher oder beruflicher Umstände zum Beispiel in zeitliche Bedrängnis geraten, ist es die Aufgabe von kreativen Geschäftsleuten, ihren Kunden mit ihrem Unternehmen einen tollen Mehrwert zu bieten: Die Reinigung im Ort bietet eine automatisierte 24/7 Annahme und Abholung, weil sie weiß, dass insbesondere Geschäftsleute zwar einen hohen Bedarf an gereinigten Anzügen und Hemden haben, aber während der regulären Öffnungszeiten geschäftliche Termine wahrnehmen müssen. 

Der Mehrwert für die Studierenden durch die Erweiterung des Geschäfts

Verlagern wir das Beispiel der Reinigung einmal auf die Studierenden. Unbestritten ist, dass Studenten so ziemlich jeder Fachrichtung Hausarbeiten drucken und Dokumente kopieren müssen - und dafür wenig Zeit und wenig Geld zur Verfügung haben. Was aber "alle" Studierenden gemeinsam haben, ist der sichere Umgang mit dem Smartphone, Tablet oder Notebook. Und sie sind regelmäßig (viele täglich) an der Uni / FH bzw. lernen und schreiben von Zuhause aus.

Lassen Sie sich auf das folgende Gedankenspiel ein.

Der gemeine Student (streng wissenschaftlich betrachtet natürlich) ist es als Digital Native gewöhnt, alle seine "Needs" via Smartphone etc. erledigen zu können. Entweder hat er dafür eine App oder er besucht mobile Webseiten, auf denen er Essen bestellt, Konzerttickets bucht oder sich zu Sportkursen anmeldet.

Wie wäre es also, wenn ihm der lokale Copyshop die Möglichkeit bieten würde, seine Diplomarbeit quasi direkt vom Smartphone aus dem Hörsaal heraus hochzuladen, Format, Papier und Bindung auszuwählen und dann mit einem Fingertipp zu bestellen? Eine Abholzeit kann dann kalkuliert und i.S.v. "Abholbereit ab XX Uhr" angezeigt werden.

(McDonald's macht es in seinen Restaurants mit dem Terminal "Easy Order" vor: Bestellen und Bezahlen am fest installierten Touchscreen, unmittelbare Abholung des Menüs an der Schlange vorbei am eigens dafür eingerichteten Schalter. Mahlzeit!)

Die Prozess-Automatisierungs-Technik, die Web to Print Lösung und eine passende Digitaldruckmaschine zur Verwirklichung der Idee eines lokalen "web to print"-Geschäftes gibt es. Das Arbeiten in der Cloud, das Erstellen eines PDFs am Smartphone und das Bezahlen via Kreditkarte oder Paypal ist ebenfalls kein Hexenwerk und wird natürlich auch von Studenten täglich genutzt.

 

Impulse für den Copy Shop an der Universität

Natürlich muss neben der Qualität des Druckproduktes auch der Servicegedanke im Vordergrund stehen. Hier liegt es am Copy Shop, sein Geschäftsmodell zu erweitern und sich über die folgenden Impulse am Beispiel der Diplomarbeit Gedanken zu machen:

  • Wenn die Arbeit gedruckt wird oder fertig ist, erhält der Auftraggeber einen Statusbericht via Email oder SMS
  • Die Abholung der Diplomarbeit kann in einem Code-gesicherten Abholfach am Copy-Shop erfolgen: Der Zahlencode wird via SMS übertragen.
  • Per "Lokal-Express" kann die Diplomarbeit im festgelegten Umkreis per Bote bis 24 Uhr geliefert werden (Hier kann sicher ein Aufpreis verlangt werden)
  • Die Diplomarbeit kann auch per Post und Versandtracking an jede beliebige Adresse verschickt werden
  • Nachdrucke können per einfachem Klick geordert werden (z.B. für den Zweitprüfer, den Eigengebrauch, die Uni-Bücherei...)

Sicherlich können so auch noch viele weitere Gedankenspiele folgen

  • Wer z.B. Handouts zum Referat ausdrucken möchte, kann sich via Smartphone ein Foto davon machen, es als PDF umwandeln, online hochladen und bezahlen und dann für den gesamten Kurs kopieren lassen. Die Abholung kann ebenfalls im Briefkasten oder direkt am Schalter (an der Schlange vorbei) geschehen.

In jedem Fall lässt sich das Personal optimaler einsetzen. Es kann die abseits des automatisierten Prozesses noch anfallenden Arbeiten an der Druckmaschine übernehmen. So ist es nicht in erster Linie in der Koordination der Kunden an die einzelnen PC- und Druckstationen beschäftigt. Oder zumindest deutlich weniger, wenn das Geschäft auf das eigene Online-Portal ausgeweitet wird. 

 

Ein weitere Vorteil

Wo jeden Tag tausende Studenten vorbei pilgern, lässt es sich einfach und zielgruppengerecht werben. Jeder Uni-Copy-Shop weiß z.B. um die speziellen Anforderungen im Fach "XYZ". Warum sollte also nicht eine Vorlage für die immer wiederkehrenden Seminarbeiten als festes Produkt schon im web to print shop angelegt werden?

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