Der Erfolgsquadrant im Digitaldruck

Der Erfolgsquadrant im Digitaldruck

Wie sich Druckunternehmen zum Mediendienstleister wandeln können und sollten

Anfang des Jahres 2016 titelte eine österreichische Fachzeitschrift „Digitaldruck – bis heute unverstanden“ und betrachtete dann im Einzelnen die beiden Nutzenversprechen des Digitaldruck. Der Wegfall vieler Arbeitsschritte, wie z.B. Plattenbelichtung, Rüstzeitverkürzung u.a., im Vergleich zum Offsetdruck macht den Digitaldruck zu einem optimalen Instrument dem Trend zu kleineren Auflage Rechnung zu tragen und den Endkunden diese zu einem wettbewerbsfähigen Preis anbieten zu können.

Das zweite Nutzenversprechen des Digitaldrucks, die 1:1 Kommunikation, provozierte den Autor des o.g. Fachbeitrages zu der Feststellung, daß die Potenziale des Digitaldrucks hier bislang nicht oder kaum genutzt werden würden und somit eigentlich das wichtigste Nutzenversprechen des Digitaldrucks ungenutzt bleibt. Personalisierte Müslidosen oder Getränkeflaschen auf der einen Seite oder die digital individualisierten Werbebotschaften der Internetversender beweisen allerdings, dass hier seitens des Handels und der Industrie durchaus ein Bedarf und eine Nachfrage besteht.

Für die erfolgreiche Nutzung des Digitaldrucks stellt sich dem Druckunternehmen die Frage, wie dem Preisdruck der Onlinedruckerei begegnet werden kann und wie sich das Unternehmen zukünftig aufstellen möchte.

Der Erfolgsquadrant des Digitaldrucks gibt Hilfestellung bei der zukünftigen Positionierung des Unternehmens

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit und Rentabilität des Druckunternehmens ist der Nutzen, den das Unternehmen seinen Kunden bieten kann und inwieweit es gelingt, die Wertschöpfung der eigentlichen Druck- leistung auf andere Bereiche ausdehnen zu können. Nur durch die Ausweitung der Tätigkeiten an der Wertschöpfungskette kann die Druckerei Vergleichbarkeit und Austauschbarkeit verhindern und zusätzliche Dienstleistungen und Konzeptionen wertsteigernd einsetzen.

Der Erfolgsquadrant des Digitaldrucks gibt hier eine Hilfestellung bei der zukünftigen Positionierung des Unternehmens und zeigt einen Rahmen auf, wie sich der Druckdienst- leister in einen Mediendienstleister wandeln kann.

Abgeleitet aus den beiden Nutzenversprechen des Digitaldrucks sind die Achsenbezeichnungen des Erfolgsquadranten mit den Dimensionen „logistischer Wert“ und „finanzieller Wert“ belegt.

Während der logistische Wert für den Endkunden in der Hauptsache aus einer Just-in-time Lieferung entsteht, wirkt der finanzielle Wert der Druck- oder besser Medienproduktion deutlich in die finanzielle Bedeutung des Druckproduktes für den Kunden im Rahmen seines gesamten Leistungsprozesses hinein.

Etwa 80 % der Druckleistungen werden derzeit in dem wettbewerbsintensiven Quadrant der Commodity Produkte erbracht. Die Möglichkeiten, in diesem Segment zu wachsen und entsprechende zukunftsträchtige Ergebnis- se erzielen zu können, sind in diesem Umfeld zwangsläufig stark umkämpft und insgesamt beschränkt.

Typische Beispiele für Just-in-time Produkte sind Handbücher für Investitionsgüter, die jeweils angepasst auf die jeweilige Ausstattung des Gutes, in der richtigen Sprache und für den jeweiligen Rechtsraum angepasst passgenau mit dem jeweiligen Gut produziert werden.

Weitere Beispiele sind personalisierte und individuali- sierte Magazine und Kundenzeitschriften, die das Zielkundenverhalten positiv beeinflussen. Transaktionsprodukte sind aus Sicht des Endkunden weniger aus logistischer bzw. terminlicher Sicht relevant. Sie generieren ihren Wert aus rechtlicher und liquiditätstechnischer Hinsicht für den Auftraggeber.

Die sogenannten „strategischen Produkte“ haben das Potenzial für die höchste Wertschöpfung

Königsdisziplin und damit mit dem Potenzial der höchsten Wertschöpfung ausgestattet sind die sogenannten strategischen Produkte. Hier spielen verschiedene Faktoren und Medien zusammen, um in einer konzertierten Aktion einen maximalen benefit für den Endkunden erreichen zu können. Die Beteiligung des Druckunternehmens findet hier bereits in der Konzeptionsphase statt, erstreckt sich über die Themen Datenerfassung und Datenaufbereitung bis hin zu der Durchführung cross-medialer Kommunikationen und der anschliessenden Kampagnenauswertung.

Die fünf Erfolgssäulen für erfolgreichen Digitaldruck

  1. Strategie
    Selbstverständlich verfügt jedes Unternehmen über eine ausgesprochene oder unbewusste Zielsetzung. Strategie bedeutet eine gezielte Entwicklung des Unternehmens um Stärken und Chancen weiter zu entwickeln und zu stärken und Risiken zu vermindern oder zu vermeiden. Die eindeutige und ausgesprochene Strategieformulierung dient als Leitfaden für alle Beteiligten und letztlich auch für den Kunden.  
  2. IT
    IT als Zusammenspiel zwischen Hardware, Applikationen und Prozessen ist entschei- dend für den Erfolg des Unternehmens in der Entwicklung innerhalb eines Quadranten und zwischen den Quadranten. Besonderes Augenmerk ist hierbei auf die Qualifikation der eigenen Mitarbeiter und die Optimierung der Unternehmensprozesse zu legen.
  3. Marketing
    Authentizität und stringente Strategieverfolgung sind die Kennzeichen eines erfolg- reichen Marketings. Marketing bestimmt die Außendarstellung des Druck- und Medien- unternehmens nicht nur durch die Inhalte, sondern auch schon durch die Auswahl der genutzten Marketingkanäle
  4. Vertrieb
    Der Vertrieb steht vor der Aufgabe aus beziehungsorientiertem Verkauf zu einem nutzen und zielorientierten Handeln mit dem Kunden auf Augenhöhe zu verhandeln und Mehrwerte für das eigene Unternehmen in entsprechende Preissysteme überführen zu müssen.
  5. Social Selling
    Social Selling ist nicht mit Beziehungsverkauf zu verwechseln. Beim social selling geht es vielmehr darum alle Kontaktformen mit dem Kunden zu nutzen, um ein bestmögliches Verständnis für den jeweils anderen Partner zu erhalten und sich selbst als Lösungsanbieter zu positionieren. Die Instrumente wie social media bieten hier ebenso Ansatzpunkte, wie Messen, Ausstellungen oder Schulungsmaßnahmen.

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